Buchbesprechung im Fachblatt "GZM - Praxis und Wissenschaft"
Zahnärzte als Weltverbesserer?
– die Ganzheitlichen doch sicher! Oder sind Sie, werte Leserin, werter
Leser, darüber gestolpert, dass das Wort „Weltverbesserer“ mit Blauäugigkeit
schwanger geht? Und was, bitte schön, haben Sie gegen blaue Augen?
Womit wir beim Thema wären. Was ist denn ein Weltverbesserer? Googeln
Sie doch mal. Nein, lesen Sie lieber gleich hier, was Sie im Internet fänden:
Wer „Weltverbesserer“ als Schimpfwort gebraucht, der will der Welt nichts Besseres.
Vergessen wir hier einmal das den Zahnärzten vom Laien so gerne unterstellte
Gewinnstreben und gehen wir davon aus, dass gerade Ganzheitlichkeit
anstrebende Menschen ihren Beruf aus lauteren Motiven ausüben.
In diesem Licht betrachtet hat jeder Zahnmediziner mindestens das Potenzial
zum Weltverbesserer: Zum Wesen, welches diese Bezeichnung nicht als
Beleidigung empfindet und im Weltverbessern das Streben nach Besserung
sieht in allem, was wir tun und sind.
Was aber bedeutet, wenn wir uns bis dahin einig sind, das Wort „ganzheitlich“?
Für mich als Romanautor wäre es eher dreist, würde ich in dieser
Zeitschrift eine Antwort wagen. Was weiß ich schon von Zahnmedizin – außer, dass ich in der Zahnarztpraxis
die meiste Zeit mit offenem Mund daliege und abwechselnd den blauen
und den grünen Teil der Iris meiner Ärztin bewundere?! Wenn Sie meinen,
das komme einer Liebeserklärung nahe, müssten wir uns noch darüber
unterhalten, was denn genau Liebe sei. Aber dafür reicht der Platz hier
wirklich nicht. Und im Übrigen habe ich genau deshalb
meinen Romanhelden auf Reise geschickt.
Andrea ist Geschäftsmann. Seine Suche nach
Erfüllung lässt ihn exotische Länder
besuchen und mit faszinierenden Menschen zusammenkommen.
Er trifft den Dalai Lama im Flugzeug. Er bekocht seine
Tochter. Er erlebt gepeinigte Zeiten der Flucht und erleuchtende
Momente der Liebe. Immer wieder straucheln die Protagonisten über das Thema Reiki, und so wird
das Buch zur ernsten und gleichzeitig augenzwinkernden Synthese von Roman
und Sachbuch. Verpackt in einer fiktiven und trotzdem vom Leben geschriebenen
Liebesgeschichte eines Weltverbesserers, wird Reiki dem Uneingeweihten,
dem Skeptiker vorgestellt.
Für den Kenner sind 111 Fachfragen in den Roman eingeflochten
und im Anhang zusammengefasst.
Als Sachbuch-Autor muss ich mich an dieser Stelle outen: Ich bin Reiki
Lehrer und kann gewiss nicht so tun, als ob mir „Ganzheitlichkeit“ fremd
sei. Reiki bedeutet so viel wie „essenzielle Kraft“. Millionenfach bewährt
und so einfach, dass es keiner besonderen Fähigkeit bedarf, um sich dieseEnergie zum eigenen Wohl und dem
anderer Menschen anzueignen, fördert Reiki die Selbstheilungskräfte des
Menschen und aktiviert sie immer dort, wo sie am dringendsten benötigt werden.
Auf allen Ebenen, sprich: „ganzheitlich“.
Szenenwechsel. Freitagnachmittag auf dem Beifahrersitz mit dem Laptop im
Schoß auf dem Weg nach Nürnberg.
Am Steuer meine Frau. Am Wochenende unterrichten wir Reiki. Unser Beruf
ist unsere Berufung. Gerade heute Nachmittag schrieb uns eine Sängerin,
wie glücklich sie sei, dass ihr 9-monatiger Neffe und ihre Schwester
nach unglaublichen Komplikationen bei und nach der Geburt heute gesund
und munter sind und wie Reiki dabei geholfen hat.
Seit 12 Jahren führen wir Menschen auf der ganzen
Welt in Reiki ein.
Das Wichtigste dabei ist wohl, dass sie danach ein Leben lang
Zugang zu dieser Energie haben und sich selbst damit behandeln
können. Unsere beiden Teenager-Söhne sind natürlich
auch Inhalt unseres Lebens. Keine Frage. Nur, Kinder
sind nicht der Besitz der Eltern;
letztere lediglich geehrte Gastgeber auf Zeit. Mit dem Ziel, dass die Kinder
selbstständig und flügge werden.
Sehen Sie, werte Leserin und werter Leser, so geht das auch in meinem
Buch zu. Themen werden aufgegriffen, die manchmal ganz persönlich sind
aber von jedem Leser auf sein eigenes Leben übersetzt werden können. Jeder
ist schließlich Tochter oder Sohn. Lebenslänglich.
Der rote Faden führt natürlich dann wieder zurück zu Andrea
und zu Reiki, zum Roman beziehungsweise zum Sachbuch.
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